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Performancelaboratorium 03

6 Mai

06.05.2011 – bb15 offspace

Link zur Videodoku by Leonhard Müllner

Wathiq Al Ameri und Ali Al Fatlawi

Wathiq Al Ameri und Ali Al Fatlawi nutzen bei ihrer Performance im Hauptraum des bb15’s die weiße Fläche auf der ansonsten schwarzen Wand der rechten Seite als Art Leinwand, vor der sie Bilder produzieren. Sie arbeiten dabei mit kurz davor erstandenen Materialien, wie Plastikfische, einen Spielzeugglobus, rote Rosen, weißer und schwarzer Farbe, weiße Murmeln und einen weißen Sockel. Raum, Material und Zeit sind wesentliche Elemente ihrer Arbeit. Ihr Interesse gilt dem Versuch, sowie dem gemeinsam Agieren und Reagieren. Ohne die Details ihrer Performance im Vorfeld genau ausgearbeitet zu haben, lassen sie Spielraum für sich und Publikum.

Stefan Blumenschein Hyperbulie

Stefan Blumenschein bezieht sich mit Titel und Performance auf die Videoperformance von VALIE EXPORT aus dem Jahr 1973. Im Hauptraum des bb15’s stehen ein fragiler Drahtkäfig, eine Autobatterie und eine Krone. Blumenschein ist nackt, als er den Raum betritt. Er schließt über zwei Drähte den Käfig an die Batterie und begibt sich in den Käfig. Vorsichtig berührt er immer wieder die Drähte mit Wange, Lippe und Schulter. Zum Abschluss setzt Blumenschein sich die Krone auf und verabschiedet sich mit den Worten: „Auch der König muss sich seiner Krone würdig erweisen.“ Der Käfig bleibt. Einige der Besucher_innen berühren die Drähte und stellen fest, dass diese nicht unter Strom stehen.

Enric Fort Eggs and Hugs

Auf dem Boden des bb15’s ist ein weißes Tuch aufgebreitet. Darauf liegen ca. 130 Hühnereier. Enric Fort tritt weiß gekleidet und mit zwei langen Leukoplast Streifen an den Unterarmen vor sein Publikum. Er hebt eines der Eier auf und lässt es im Publikum herumreichen. Währenddessen beginnt er Ei für Ei sehr vorsichtig von oben in sein Unterhemd zu legen. Als er nach mehreren Minuten alle Eier vom Boden am Körper trägt, fordert er das letzte Ei. Nun beginnt er sich die Leukoplaststreifen ab zu ziehen. Auf seinen Unterarmen ist in großen Lettern „HUG“ und „ME“ zu lesen. Einige aus dem Publikum folgen seiner Aufforderung und umarmen ihn. Enric Fort  bedankt sich und verlässt den Raum.

Stefanie Polek Lecture Act/Timemanagment

Stefanie Polek kommt in den Hauptraum des bb15’s. In diesem befinden sich eine auf dem Boden ausgebreitete Decke, ein Tisch, darauf eine Tasse mit einem Teebeutel, ein Apfel und ein Stück Gebäck, ein Stuhl und ein Wasserkocher. Polek beginnt sich hastig ihre Alltagskleidung aus und einen Pyjama anzuziehen, legt sich auf die Decke am Boden, wie in ein Bett und stellt den Wecker ihres Mobiltelefons. Sie schläft. Nach acht Minuten klingelt der Wecker und ein hektischer Tagesablauf beginnt. Lecture Act /Timemanagment ist ein Versuch, der die 24 Std. eines Tages auf 24 Min. komprimiert. Dabei spielt Polek mit der selbst auferlegten, permanenten Überforderung und der Möglichkeit daran zu scheitern.

Renée Stieger Simultanarchiv

Renée Stieger erscheint in elegantem Buisness Kostüm und Pumps zu ihrer Performance. Im Raum befinden sich ein Tisch, eine Lampe, ein Buch, ein Glas mit Wasser und ein Stuhl. Sie setzte sich und blättert zur ersten leeren Seite des Buches. Dann beginnt sie laut mitsprechend zu protokollieren. Stieger hält penibel alle Reaktionen und Geräusche ihres Publikums fest und betreibt damit ein perfides Spiel mit Macht und Kontrolle. Sie schließt nach etwa einer halben Stunde ihr Buch mit den Worten: „Vielmehr wird nicht mehr passieren. Danke!“ und verlässt die Szene.

Tiina Sööt und Dario Wokurka 10 different jumps

Tiina Sööt und Dario Wokurka tragen eine Bank in den Raum. Sie schütteln sich die Hände und stellen sich gemeinsam auf die Bank. Dario sagt: Jump number one: Improvise-with-arms-jump; Beide springen von der Bank. Tiina sagt: Jump number two: Slowmotion-jump; Beide springen von der Bank. Auf diese Weise absolvieren sie zehn Sprünge. Die Anordnung ist zu gleich strikt wie spielerisch und lässt ihnen keine Zeit um zu zögern. 10 different jumps demonstriert den Interpretationsspielraum ein und derselben Idee, und bildet den Gap zwischen der Person, die den Sprung ansagt und der anderen Person, die diesen spontan mit auszuführen hat, mit ab.

VIDEOSCHIENE: Freundinnen der Kunst himmeln

Im Video Himmeln (Teil 2 der Trilogie Sehnsucht) springen die Freundinnen der Kunst in Brautkleidern auf einem Trampolin. Dabei gibt es einen von der Kamera festgelegten Bildausschnitt, in welchem möglichst alle vier zur gleichen Zeit erscheinen sollten. Himmeln zeigt sie nicht nur beim Versuch exakt in diesen Rahmen zu springen, sondern ist auch Beleg für das wiederholte Scheitern dieses Vorhabens.

Texte: Mag.a Daniela Wageneder Stelzhammer, MA


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Performancelaboratorium 02

3 Dez

03.12.2010 – bb15 offspace

Saralucas

Sara Agutoli bringt drei Spiegel an die Wand des BB15 an, und stellt pro Spiegel einen Stuhl davor. Anschließend hängt sie eine Wrestling Maske, einen Cowboyhut plus Schnurbart und eine Piraten Augenklappe vor diese. Sie setzt sich auf den ersten der drei Stühle, bindet sich die Augenklappe um, und betrachtet sich im Spiegel. Die Installation bleibt und die Besucher_innen sind angewiesen sich im Verlauf des Abends ebenfalls einen der Plätze zu wählen, und sich beim Betrachten im Spiegel in einer Geschichte als jemand anderen vorzustellen.

ekw14,90 Quixote Repro (2008/2010)

Die Gruppe ekw 14,90 stellt eine kontextuelle Verbindung zwischen der Abwesenheit von Inhalt und einer leeren Wand her. Über eine Skypeverbindung ist das vierte Mitglied der Gruppe aus Zürich live zugeschaltet und trägt einen Text mit loser Verbindung zum Thema vor. Währendessen präparieren die drei Anwesenden Mitglieder_innen des Teams einen überdimensionalen Stempel mit schwarzer Farbe. Anschließend laufen sie damit gegen die Wand des BB15. Zurück bleiben eine gestempelte schwarze Windmühle an der Wand und der Stempel.

bruce pain

Bruce pain betritt als Batman verkleidet den Raum. Auf einem Tisch befindet sich ein Paket adressiert an Batman. Dieser scheint zu nächst verwundert, öffnet es aber schließlich doch. Darin befindet sich eine Banane, der Performer isst diese auf, und legt danach die leere Schale der Frucht behutsam auf den weißen, quadratischen Decken der Schachtel.

Catharina Bamberger

Als die ersten Besucher_innen das BB15 betreten, hat Catharina Bamberger ihre Performance bereits begonnen. Sie kniet vor einem Stuhl und stützt sich dabei mit ihren Händen auf den Boden. In ihrer Performance, bei welcher sie Anfang und Ende unscheinbar setzt, leckt sie die Sitzfläche des Stuhls immer wieder sorgfältig ab.

Johanna Goldgruber

Johanna Goldgruber positioniert sich in Front ihres Publikums und fängt an sich langsam ihrer Kleidung zu entledigen, und diese Innen/Außen gewendet vor ihr auf den Boden zu legen. Danach beginnt sie die Kleidungsstücke umgestülpt und in gedrehter Reihenfolge wieder anzuziehen. Den Großteil des weitern Performance Abend verbringt sie mit dem nach außen gestülpten Inneren im Publikum.

VIDEOSCHIENE: Roland Wegerer


Im ersten Raum des BB15’s lässt sich Roland Wegerer in einem Video dabei beobachten, wie er sich gegen eine Scheibe drückt und reibt. Durch das Auf- und Abfahren des Bildschirms verzerrt sein Gesicht völlig, und die Scheibe verschmutzt Zusehens. Das aufgenommene Material ist einmal original und einmal rückwärts abgespielt und in der Folge geloopt.

KOOPERATION: Non Budget Performance Stockholm

In Stockholm findet an demselben Tag ebenfalls eine Performanceveranstaltung statt. Wir verlinken uns mit dem Projekt No Budget Performance – die Besucher_innen der jeweiligen Veranstaltungen haben die Möglichkeit, miteinander via Skype zu kommunizieren.

Texte: Mag.a Daniela Wageneder Stelzhammer, MA

Performancelaboratorium 01

6 Aug

06. 08. 2010 – bb15 offspace

Betty Wimmer

Amel Andessner und Thomas Kreiseder

Claudia Hochedlinger

Elisa Andessner

Jan Machacek

http://machacek.klingt.org/

VIDEOSCHIENE: Sibylle Ettengruber

http://www.sibette.net/